Artiodactylä

29. Mai 2010

Botanikporno…

Einsortiert unter: Beziehungskisten,Tägliche Erkenntnisse,Zen und die Kunst — Edvard Elch @ 22:02

…zumindest ein ganz kleines Bisschen.

Die Buche

Barfuß stehe ich in der warmen Pfütze auf dem regenfeuchten Pflaster, könnte gerade die ganze Welt umarmen, eins werden mit dieser kugelbunten Erdenscheibe. Wie von selbst beginnt mein zehiges Wurzelwerk, sich durch den eisigen, toten Stein des Kopfsteinpflasters zu brechen, bis es auf wohlig-krumiges Erdreich trifft. Dort verzweigt es sich, umschlingt vorsichtig kalte Rohre und Leitungen, die sich narbig durch den Boden – meinen Boden – ziehen. Meine Haut wird hart, sie borkt und krümmt sich, unter meiner knubbeligen Rindennase wächst mein erstes Astloch. Das Dröhnen meiner sprießenden Blätter reckt mich der Sonne entgegen, meine Krone ist mir längst über den hölzernen Kopf gewachsen. Frische Triebe festigen sich, verholzen. Es wird Sommer.

Ich war in den letzten Wochen so sehr mit wachsen beschäftigt, dass ich gar nicht bemerkt habe, dass sich mir gegenüber eine hübsche junge Buche eingepflanzt hat. Sie hat einen geraden Stamm, eine unglaublich glatte Rinde und wunderschöne, schlanke Äste. Ihr Blattwerk ist von einem kräftigen dunklen Grün und wunderbar regelmäßig. Sie ist perfekt. Wenn ich sie ansehe, fließen meine Säfte wohlig warm durch mein Kernholz. Ich glaube, ich habe mich verliebt.
Sie hat mir zugewunken! Ich wiegte mich im leichten Wind, der unser beider Kronen umspielte, und sah zu ihr hinüber, da neigten sich ihre Zweige zur Seite und ihr Blattwerk bedeckte kurz kokett ihre süßen kleinen Astlöcher am Stamm.
Sie wurzelt mit mir! Langsam und zärtlich umschlingen ihre schlanken, eleganten Würzelchen meine nach ihr ausgestreckten Rhizoide. Jede ihrer Berührungen ist mir klarer, perlender Regen in meinem Blattwerk. In mir keimt es, ich könnte – ich will die ganze Welt überwuchern, ich möchte Blütenstände ausbilden. Doch nur SIE möchte ich bestäuben, meine einzige Liebe, den einzigen Baum, der mein Kernholz erweicht und zum sprießen bringt. Mit ihr möchte ich kleine Eckerchen haben, mit ihr verwurzelt möchte ich hier stehen, bis ich, bis wir beide fallen.

Der missratene kleine Haselstrauch dort hinten hat es gewagt, meine Buche anzustäuben. Wenn ich doch bloß hinüber wachsen, sein Wurzelwerk umschlingen und erdrücken könnte, auf dass er an meinem hölzernen Griff ersticke und sie, die schönste aller Buchen, meine Buche nie mehr belästigen könne. Ich wünsche ihm die Borkenkäfer an den Leib und Feuer ins Geäst!

Meine Freude könnte kaum größer sein. Gestern kam während des Regens – nass sieht ihr schlanker Stamm noch hinreißender aus – ein Mensch mit Säge und Axt vorbei und beseitigte den unflätigen, verkrüppelten Strauchling. Jetzt sind wir wieder ungestört und allein. Einige Vögel zwitschern übermütig in ihrer Krone – sie scheinen meiner Meinung zu sein. Im leichten Wind neige ich mich ein Stück zu ihr, sie lässt ihre Blütenstände lasziv in der leichten Brise wiegen. In mir kocht der Saft über, ich vergesse alle schüchterne Vorsicht und beginne, zärtlich in ihre Richtung zu stäuben…

Ich werde Papa! Überall in ihren schlanken Zweigen hängen die prallen Fruchtstände, in denen kleine Eckern heranwachsen, aus denen im nächsten Jahr kleine Buchen schlüpfen werden, hoch gewachsen wie ihr Vater und grazil und anmutig wie ihre Mutter. Es wird wohl langsam Herbst, langsam schleichen sich gelbe und rote Töne in ihr sonst so grünes Laub – sie sieht damit hinreißend aus – und ich habe mir wohl irgendwann in den letzten Wochen Eichhörnchen eingefangen…meine Rinde in der Krone juckt in letzter Zeit recht oft. Bald ist es so weit, bald ist der große Tag, an dem meine – unsere – Eckern fallen.

Gemeinsam decken wir am Anfang des Winters mit unserem bunten Laub unsere Kinder zu, bevor wir uns selbst zur Ruhe begeben. Ihr Griff an meinen Wurzeln ist in dieser kalten Jahreszeit warm und beruhigend, er hilft mir, jenen tiefen Punkt in mir zu finden, in dem ich, in meine rauschenden Gedanken vertieft, den grimmen Frost verschlummern kann…

Ein kurzes Reißen an meinen Wurzeln reißt mich jäh aus meiner winterlichen Starre. Irgendetwas stimmt nicht, ihr Griff fühlt sich so leer, so kalt, so tot an. Als ich weit genug aus meiner Starre erwacht bin, versuche ich sie anzusehen, ihr mitzuteilen, dass alles in Ordnung ist. Doch nichts ist in Ordnung. Dort, wo sie das ganze letzte Jahr über gestanden hat, blühend vor Kraft und Leben und mich, mich glücklichen Baum anlächelte, steht jetzt nur noch ein blanker, nackter, toter Stumpf, der mich mit seiner anklagenden Schnittkante vorwurfsvoll anstarrt. Die Liebe meines borkigen Lebens – einfach so von meiner Seite gerissen, von wütendem Kettensägezahn dahingerafft. Wie grausam ist diese Welt, dass nicht einmal zwei Bäume gemeinsam ihre Kinder wachsen sehen können? Wozu noch wachsen, wozu noch Blätter tragen, wenn wir doch am Ende nur der Säge anheim fallen? Wozu?

Der Frühling kommt, um mich her explodiert die Welt im Grün zum Himmel strebender Pflanzen. Alle treiben sie aus, selbst der krüppelige Haselstrauch, den ich noch im letzten Jahr für ausgelöscht hielt, sprießt wieder frech aus seinem Wurzelstock hervor, doch sie, sie steht kalt und tot da, eine Narbe in dieser Welt, in meiner Welt, und auch ich trage kein Laub, habe keine Lust zu knospen. Das einzige, das das winterliche Eis aus meinem Kernholz zu verdrängen mag, sind unsere Sprösslinge, die den Eckern entwachsen sind und sich nun dem Licht der Sonne entgegen recken. Behutsam ziehe ich meine Wurzeln aus dem Wurzelwerk meiner toten Liebe zurück und lasse mein Geäst in Trauer zu Boden hängen. Meine Zehen entwurzeln sich, die Äste werden kleiner und verfingern. Ich entrinde mich und streiche mit meinen noch leicht borkigen Fingerkuppen über einen mir wohlbekannten Stumpf. Dann verlasse ich die Fußgängerzone und gehe nach Hause.

Nachtrag: The beginner’s guide to tree hugging

6. Mai 2010

WG-Zuwachs

Einsortiert unter: Hinter vorgehaltenem Huf,Tägliche Erkenntnisse,WG — Edvard Elch @ 23:05

Wir haben seit heute einen neuen Mitbewohner. Er heißt Herbert Meier, ist recht glücklich, mit uns zu wohnen, wiegt etwa drei Kilo und bleibt zum Essen.
Elch mit Herbert Meier

2. Mai 2010

Ein Griff ins Klo…

Einsortiert unter: Bambi,Kleinkram,Strandgut und Fundstücke,Tägliche Erkenntnisse — Bambi @ 15:12

ist ja meiner Meinung nach der Versuch einiger Hersteller, ihrem Klopapier einen ganz eigenen Touch zu geben. Mir erschließt sich dabei nicht so ganz, was der Sinn daran sein soll, Klopapier einen Wiedererkennungswert zu verpassen, aber anscheinend bringt es was…

Die sinnvollsten (und wohl auch einzigen) Möglichkeiten als Klopapierrolle äußerlich aufzufallen sind natürlich die Farbgebung und der Aufdruck des Papieres, was zwar eine Menge Gestaltungsmöglichkeiten lässt, andererseits auch absonderliche Blüten treiben kann. Zum Beispiel, wenn Klopapierhersteller meinen, den in der Toilette bereitgestellten Zeitschriften Konkurrenz machen zu müssen und ihr Produkt mit Text versehen. Was sie dabei nicht auf der Latte haben: Wenn man sich später nicht mehr an eine bestimmte Formulierung erinnern kann, wird es schwierig, die Stelle nochmal nachzuschlagen. Glücklicherweise drucken sie ja keine Romane, sondern nur Sinnsprüche oder Rätsel, was das Erinnern doch etwas erleichtert. Auch wenn ich den ein oder anderen Roman wüsste, den ich gern auf Klopapier verewigt sehen würde. Aber wer will schon glitzerndes Klopapier?

Lange Rede, kurzer Sinn: Stellen wir uns mal vor, wir sitzen gerade auf dem Klo, greifen nach einem Stück Klopapier und haben das hier in der Hand.

Und jetzt genießen wir die Assoziationen und überlegen uns, ob uns der Hersteller damit etwas sagen will…

9. April 2010

Politik im Blumenbeet

Einsortiert unter: Bambi,Hinter vorgehaltenem Huf,Kleinkram,Tägliche Erkenntnisse — Bambi @ 14:29

Meine Blumen verrecken. Die Gelben zuerst. Das finde ich irgendwie gut.

Ja, die Hausarbeiten sind rum, wir haben alle drei wieder ein Leben und wieder Zeit, hier dummes Zeug zu schreiben oder zeichnen. Blumen gießen ist auch wieder drin. Auch wenn das wohl für meine liberalen Gewächse etwas zu spät kommt. Naja, Verluste gibt es immer…

24. März 2010

Betriebliche Störung

Einsortiert unter: Elch,Kleinkram,Tägliche Erkenntnisse — Edvard Elch @ 19:16

Ich habe das Netzteil meines Laptops bei meinen Eltern liegen lassen, eine, in Anbetracht der Tatsache, dass es mein Plan war, meine Hausarbeit auf ebenjenem tragbaren Computer zu verfassen, mindergünstige Tat. Nach einem kurzen Telefonat konnte ein Übergabetermin an einem Ort vereinbart werden, der mit der Bahn problemlos erreichbar ist, so diese denn ausnahmsweise mit Pünktlichkeit glänzt.

Nun begab es sich aber, dass ausgerechnet jener Zug, den ich so erwartungsfroh im Frankfurter Bahnhof bestieg, einige Probleme technischer Art hatte, die eine Verzögerung der Abfahrt um etwa eine Viertelstunde verursachten. Gerade wollte meine Laune, ob meines Malheures sowieso schon nicht mehr ganz so gut wie am Vortag, weiter absinken, als die Ansage des Zugbegleiters die durch die Verspätung verursachte Verstimmung sofort wieder ausglich: “Aufgrund einer technischen Störung hat unser Zug zur Zeit eine Verspätung von etwa einer Viertelstunde. Wir flehen um Vergebung.”

11. März 2010

Mühe und Arbeit

Es gibt ja nicht nur einen Friedhof in Marburg. Wir präsentieren also:

Skurrile Grabsteine Teil 2.

"Wenn es köstlich gewesen ist, so ist es Mühe u. Arbeit gewesen."

Also ich drücke mich momentan vehement um’s Aufräumen, weil das Mühe und Arbeit ist, aber sicher nicht köstlich. Mit Schokolade verhält es sich anders, aber die paar Meter zum Supermarkt würde ich nie als Mühe und Arbeit bezeichnen.

Hausarbeiten sind kein Ersatz für Nachtisch.

2. März 2010

Wackelige Angelegenheit

Einsortiert unter: Beziehungskisten,Leo,Tägliche Erkenntnisse — Leo @ 12:44

Zur Abwechslung bin ich mal richtig zufrieden damit, wie der Cartoon aussieht. Was mal wieder beweißt, dass Aquarell meine Homezone ist. Oder so.

Es gibt tatsächlich einen Song namens Wenn der Mond in mein Ghetto kracht.

Ja, find’ ich auch.

21. Februar 2010

Ich war bei IKEA

Ja, ich war auch krank, aber das interessiert hier nun wirklich keinen, und um’s genau zu nehmen, bin ich auch immer noch krank und bettlägrig und all so was.

Brattby ist der Name einer Seidenmeterware bei IKEA, die Bambi für seine Vorhänge haben wollte

Brattby ist der Name einer Seidenmeterware von IKEA, die Bambi für seine Vorhänge wollte.

Entschuldigt wie immer bitte die bescheidene Qualität. Eines Tages werde ich lernen, wie man mit einem Zeichenpad umgeht (ich hab sogar eines), und dann werden die Cartoons viel professioneller aussehen.

Ich mag allerdings die Koloration – die ist so schön trashig. Bei IKEA habe ich nämlich ungefähr einen Euro in Filzstifte investiert. Für mich sind Filzstifte was ganz Besonderes, weil ich als Kind nie welche haben durfte – Öko-Erziehung. Allerdings bin ich meiner Mutter nicht besonders böse deshalb. Eigentlich haben mir die Dinger nie gefehlt. Egal. Besonders toll finde ich die Stempelfunktion.

Das, was man nicht lesen kann, soll neongelb heißen.

Nächstes Mal bleibe ich aber wahrscheinlich wieder bei meinen heißgeliebten Aquarellfarben. Einmal Waldorfkind, immer Waldorfkind. Oder so (nur um das zu klären, ich war nie – das heißt, nur ganz kurz und nicht wirklich – auf einer Waldorfschule, aber weil mein Vater unter Anderem an einer unterrichtet und meine Mutter sowieso eher alternativ ist, durfte ich trotzdem eine waldorfartige Erziehung genießen.).

Schöne Grüße von einer wieder halbwegs unter den Lebenden weilenden

Leo.

11. Februar 2010

Ferien und Krankheitsfälle…

…sind – rein theoretisch – sehr praktisch, wenn sie sich überschneiden. So verpasst man zumindest nie Stoff. Hat aber auch keine Freizeit, in der man zeichnen könnte. Wie der geneigte Leser/die geneigte Leserin (wir sind ja gegendert) vielleicht schon erkannt haben könnte, gibt es auch heute keinen Cartoon. Leo ist und bleibt leider erstmal krank. Deshalb gibt es mal von mir einen kleinen Eintrag bzw. ein Zitat. Allerdings nicht von irgendeiner Berühmtheit, sondern von meiner Schwester. Es geht um Wikinger.

Ein Wikinger war ein Sohn eines freien Bauern mit Grundbesitz in Norwegen, der dazu erzogen wurde, sowohl einen Hof als auch Krieg zu führen. Im Regelfall tat er das ungefähr zwischen 14 und 24 (letzteres dehnbar), wenn er es denn überhaupt tat, weil viele auch einfach daheim auf ihren Höfen blieben. Wenn er Krieg führte bzw. auf Wikingerfahrt ging, tat er das zusammen mit einer Gesellschaft von anderen Wikingern, die sich einen Anführer wählten, oft derjenige, dem das Boot gehörte, mit dem sie fuhren. Wenn er Pech hatte, starb er dabei. Wenn er glücklich war, kam er mit Geld heim. wenn es mittelprächtig lief, war er noch am Leben, aber nicht unbedingt reicher als vorher. Seine Frau hatte in der Zwischenzeit den Hof versorgt und ihn vermutlich mit den Jungs, die nicht so dämlich gewesen waren, für 13-24 jahre auf Fahrt zu gehen, betrogen, was erklärt, warum er einen Stall voller Kinder hatte, ohne in der Zwischenzeit daheim gewesen zu sein. Daraufhin musste er natürlich Krieg gegen die führen, die seine Ehre verletzt hatten, indem sie sich seiner Frau angenommen hatten und spätestens dabei wurde er abgemurkst. Ach ja, noch wichtig für unterwegs: So lange abwesend war er nicht, weil er das wollte, sondern weil er sich mitsamt seiner Freunde verfahren hat. Selber schuld, wenn man jeden neuen Fjord, den man findet, “Eriksfjord” nennt und dann nicht mehr weiß, von welchem der 50 neuen Fjorde man nun heimsegeln kann.

5. Februar 2010

So durchschaust du jeden Schwachkopf!

Einsortiert unter: Bambi,Leo,Tägliche Erkenntnisse — Leo @ 21:24

Wir in der WG – will heißen: Bambi und ich, wobei mehr Bambi als ich daran beteiligt ist – lesen ab und an mal die BRAVO. Nein, wir geben dafür kein Geld aus. Die Website dieses Boulevardmagazins für präpubertäre Girlies, die auf Twilight stehen und die Tatsache, dass Tokio Hotel zum Soundtrack des schon vor Kinostart so gehypten Alice im Wunderland-Verschnitt von Tim “Was, Castings? Kann man das Essen? Für Filme hab’ ich meine Frau und meinen besten Freund!” Burton beitragen, toll finden, reicht vollkommen aus.

Im Folgenden möchten wir der Außenwelt beweisen, dass manche Tipps in einer – nennen wir es editierten – Version doch ziemlich nützlich für den Heranwachsenden von heute sind.

Kursive Anmerkungen von Bambi.

So durchschaust du jeden Jungen! (Ich empfehle wärmstens, das Original zum Vergleich in einem anderen Tab parallel laufen zu lassen. Oder: Wie stalke ich richtig?)

  1. Seine Augen. Katzenaugen: Sind die Augen deines Schwarms gelb, haben eine geschlitzte Pupille, kein sichtbares Augenweiß und leuchten im Dunkeln? Renn. Er ist wahrscheinlich ein Dämon. Oder eine Katze. Steht hier irgendjemand auf Furries? Große Augen: Vergiss es. Entweder ist er einem Cartoon entsprungen, der nicht Calvin & Hobbes ist, oder er fragt sich die meiste Zeit, was du eigentlich gerade für Blech redest. Vielleicht ist er aber auch nur eine Mangafigur. Kleine Augen: Stehen in der klassischen Physiognomie für Verschlagenheit. Lesen bildet, liebe BRAVO. Vielleicht ist er auch einfach nur eine Person aus einem Cartoon, der nichts mit verstrahlten Schwämmen am Hut hat. Er hat die vergangene Nacht vor dem Rechner verbracht.
  2. Seine Nase. Aus Nasen zu lesen wurde doch schon vor einigen Jahrzehnten versucht. Mit ziemlich durchschlagendem Erfolg für deutsche Innenstädte. Große Nase: Sicher, dass er nicht Gérard Depardieu heißt? Laut BRAVO steckt ein solcher Typ voller Energie. Wahrscheinlich explodiert er, wenn er niest. Ich habe auch eine vage Vermutung, wo diese Energie gelagert wird… Kleine Nase: Er sieht aus wie ein Mädchen. Zieh’ ihm deine Klamotten an und schmeiß’ eine Teeparty. Schmale Nase: Seine Brille wird ständig rutschen. Zieht in die Nähe eines Optikers oder organisiere für ihn ein Kontaktlinsenabo, falls es so etwas überhaupt gibt. Um abschließend Asterix zu bemühen: Sie hat einen miesen Charakter, aber diese Nase…
  3. Sein Mund. Schmale Lippen: Hier hat die BRAVO wie so oft beim Formatieren Mist gebaut. Wahrscheinlich ist er verbittert oder mit Mister Burns (Ihr wisst schon, der Chef von Homer Simpson) verwandt. Volle Lippen: Möglicherweise hat das Käseblatt hier mal Recht. Ich persönlich habe volle Lippen, gehe leicht in die Luft und treffe Entscheidungen aus dem Bauch heraus. Allerdings bin ich kein Kerl. Finde heraus, ob er mit einer Schlauchbootlippe mit Faible für Kindershopping in Afrika verwandt ist. Wenn ja, fang an zu rennen. Breiter Mund: Quaaak. Oder eine Comicfigur von mir. Gib ihm eine Banane. Passt sie quer in seinen Mund, solltest du dich zum Breitmaulfrosch umoperieren lassen.
  4. Körpersprache: Standfest. Oh bitte. Nein, ich schreibe dazu nichts. Das endet sonst noch als Hausfrauenroman der Marke Hängematte des Highlanders, und das will doch wirklich keiner lesen. Und in manchen Fällen kann ein Kerl mit in die Hüften gestemmten Händen auch einfach gnadenlos tuntig aussehen. Er ist eine Statue. Stelle dich auf viel gemeinsames Schweigen und eine kühle, ablehnende Grundhaltung seinerseits ein.
  5. Körpersprache: Mischling. Liebe BRAVO, der Typ muss nicht zwangsläufig arrogant sein. Vielleicht sitzt er auch einfach nur gerade in einem Grammatiktutorium. Ich verbitte mir den Versuch, mich zu knacken, wie es die Bravo vorschlägt. Ich bin keine Nuss, sondern Rotwild. Ich-Will-So-Wenig-Platz-Einnehmen-Wie-Möglich: Die schlechte Haltung kann auch davon kommen, dass er Zocker ist. Oder Rollenspieler. Oder Student. Der in einem Grammatiktutorium sitzen muss. Oder eben alles zusammen.
  6. Körpersprache: Mit Händen und Füßen. Entweder ist er Italiener. Oder schwul. Damenhaftes Abwinken weißt deutlich auf die zweite Möglichkeit hin. Vergiss ihn, Mädel! (EY!) Hast du heute Abend eine Verabredung mit die Fische, Luigi…
  7. Outfit: Der Wandlungsfähige. Vielleicht hat er einen riesigen Kleiderschrank (s. hierzu auch Möglichkeit 2 bei Punkt 6). Oder er kann lesen und befolgt Dresscodes. Er ist doch keine Statue, sondern eine Schaufensterpuppe. Ändert aber wenig an seinem Verhalten.
  8. Outfit: Stilfest. Naja, die Uniform lässt wenigstens Rückschlüsse auf seinen Job zu. Ein Standbild. Vielleicht Bismarck. Willst du ihn erobern, verscheuche die Tauben. Standbilder hassen Tauben.
  9. Outfit: Merkwürdiger Mix. Das, was die BRAVO als merkwürdig bezeichnet, ist für Leute wie dich und mich vollkommen normal. Vielleicht hat der Typ aber auch nur einen grausamen Klamottengeschmack. Oder würfelt morgens aus, was er heute anzieht.
  10. Lieblingsfarbe: Rot. Bei den Power Rangers wäre er der Anführer, und allgemein ist er wohl eher extrovertiert. Mag Herausforderungen und bleibt auf alle Fälle treu? Wovon träumt ihr nachts?
  11. Lieblingsfarbe: Blau. Stille Wasser sind tief und dreckig. Was blau allerdings mit Romantik zu tun haben soll, verstehe ich nicht so wirklich. Romatik ist schwarz (oder rohooosa)! Würden Sie jemandem vertrauen, der sie aufgrund eines BRAVO-Artikels und ihrer Lieblingsfarbe als Romantiker einstuft?
  12. Lieblingsfarbe: Braun. Er ist ein Nazi? Hat er ein Schild mit der Aufschrift “Ausländer raus!” dabei? Verlasse die Demo.
  13. Lieblingsfarbe: Schwarz. Wahrscheinlich ein Metalhead oder ein Goth. Wahrscheinlich hat er einen guten Musikgeschmack, wenn er Rüschenhemden trägt und aussieht wie Guybrush Threepwood, der das Piratendasein zu Gunsten einer Karriere als Kaminkehrer and den Nagel gehängt hat, umso besser. Hat er Steine dabei und wirft sie auf grün gekleidete Menschen? Du bist im schwarzen Block gelandet.
  14. Lieblingsfarbe: Grün. Er ist Keltologe. Oder Ire. Oder Folkfan. Oder alles auf einmal. Vielleicht siehst du ihn auch nur einmal im Jahr, und das am Saint Patrick’s Day. Dann solltest du von der Farbwahl seiner Klamotten lieber nicht auf seinen allgemeinen Geschmack schließen. Hat er eine Mütze auf  und wird von schwarz Gekleideten mit Steinen beworfen? Ich sagte, du sollst die Demo verlassen, nicht die Seite wechseln.
  15. Gesellschaftliches Verhalten: Wasserfall. Schon wieder ein Fall, bei dem ich gerne die Pauschalantwort “Ist schwul” geben würde, aber das würde so unkreativ wirken. Vielleicht hast du es auch einfach nur mit einer Rampensau zu tun. Das ist die Gelegenheit für ein spontanes Impro-Musical! Medizinisch wird so etwas als Logorrhoe oder auch Sprechdurchfall bezeichnet.
  16. Gesellschaftliches Verhalten: Stimmengewirr. Gefühlvolle Menschen sprechen durchaus laut. Fragt meine Familie, die kann ein Lied davon singen. Spricht ein Kerl leise, handelt es sich vermutlich um jemanden, der dir irgenwas andrehen will – wahlweise Dealer oder Vertreter. Klappt auch andersrum: Manche Leute sprechen laut und hektisch, weil sie keine Ahnung haben,  andere wiederum sprechen leise, aber deutlich, weil sie wissen, dass sie Recht haben. Allein die Lautstärke zu beachten, ist zu kurz gegriffen. Was machste nun, liebe Bravo?
  17. Gesellschaftliches Verhalten: Zuwendung. Wenn er sich auf mehrere Gespräche gleichzeitig konzentieren kann, ist er wahrscheinlich multitaskingfähig. Das ist super, dann kann er nämlich gleichzeitig bügeln, kochen, fernsehen, Bier trinken und auf die Kinder aufpassen. Vielleicht interessiert er sich ja nicht nur für das Schicksal nur eines seiner Freunde?
  18. Gesellschaftliches Verhalten: Körperkontakt. Wenn er seine Kumpels hochfrequent befummelt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er auf Frauen steht, eher gering. Die Tipps von der BRAVO sind ganz offensichtlich nicht an Frauen gerichtet, sondern wurden für Jungs geschrieben! Egal, lustig sind sie nämlich trotzdem. Schubse den Kerl, den er grade befummelt vom Stuhl und setze dich an seine Stelle. Fummelt er weiter, hat sein Kumpel entweder genauso große Brüste wie du und er merkt den Tausch nicht oder ihm gefällt es, auch mal was anderes als seine Kumpels befummeln zu können, weil er von Frauen eine gescheuert bekäme. Ja, dich inklusive.

Disclaimer: Wir wollen hier niemanden diskriminieren. Der obige Text dient der Parodie. Ich persönlich trage verhältnismäßig viel braun, ohne ansatzweise rechts zu sein und habe einen schwulen besten Freund. Falls du kein Verständnis für Ironie, Sarkasmus und sonstigen schwarzen Humor hast, solltest du diese Seite jedoch nie wieder aufsuchen und auch lieber keine Videos von Monty Python mehr auf Youtube gucken, nur weil sie so “kultig” sind. Du kapierst sie ja doch nicht.

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